Energietipps der naturkraft-region

Energietipp 1

Haushaltsstrom sparen

Rund zehn Prozent ihres Nettoeinkommens geben private Haushalte im Durchschnitt für Strom und Heizung aus – weitere Energiekosten z. B. fürs Autofahren sind darin noch nicht enthalten. Die Tendenz: Billiger werden Strom, Gas und Heizöl sicher nicht mehr.
Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt verbraucht im Jahr 3900 kWh Strom. Obwohl die meisten Haushaltsgeräte in den vergangenen Jahren immer effizienter wurden, steigt der Pro-Kopf-Verbrauch kontinuierlich an, weil der Trend in der Unterhaltungselektronik zu immer größeren Geräten geht und weil immer mehr Geräte, auch gleichzeitig, genutzt werden. Mit ein wenig Nachdenken über die eigenen Konsumgewohnheiten ließe sich das ändern. Darum startet die naturkraft-region eine Serie mit nützlichen und einfachen Tipps rund um das Thema Energie, die unseren Lesern beim Energie- und Geldsparen helfen sollen.


Was kann ich sofort ändern?

Geräte, die scheinbar ausgeschaltet sind, können im Stand-by-Modus noch eine ganze Menge Strom verbrauchen. Durch solche Leerlaufverluste entstehen in Deutschland jährlich Stromkosten von 4 Mrd. Euro. Deshalb: In den „Energieballungsräumen“ wie Wohnzimmer und Küche abschaltbare Steckdosenleisten zwischen Elektrogeräte und Steckdose setzen. Die kosten weniger als zehn Euro und haben diesen Betrag in weniger als einem halben Jahr wieder eingespart. Mit einem einzigen Klick sind alle Geräte ausgeschaltet. Bequemer geht es nicht!

 

Was kann ich beim Einkaufen beachten?
Nicht der Kaufpreis eines Gerätes ist entscheidend, sondern die Gesamtkosten. Eine scheinbar preisgünstige Gefriertruhe mit hohem Energieverbrauch kann am Ende doppelt so teuer sein wie ein Gerät, das in der Anschaffung 100 Euro mehr kostet, aber nur einen Bruchteil an Strom verbraucht. Bei Wasch- und Spülmaschinen kommt es auch auf den Wasserverbrauch an. So kann bei einer Waschmaschine ein um 20 Liter höherer Wasserverbrauch  in 15 Jahren knapp 250 Euro an Mehrkosten verursachen. Gute Elektrohändler erkennt man daran, dass sie auf die Frage nach dem Verbrauch eines Gerätes eine Antwort wissen. Und gute Geräte haben einen Aus-Schalter.
Eine aktuelle Übersicht über die sparsamsten Haushaltsgeräte liefert die Internetseite www.spargeraete.de

Energietipp 2

Beim Kochen und Backen sparen

Kochen und Backen machen 17 Prozent des Stromverbrauchs in einem Durchschnittshaushalt aus. Ein herkömmlicher Elektroherd wandelt nur etwa ein Viertel der ursprünglich eingesetzten Energie in Wärme um. Dagegen spart ein Ceranfeld 10 bis 20 Prozent, ein Induktionsherd schon rund 30 Prozent an Strom. Für Induktionskochplatten braucht man allerdings das passende Kochgeschirr. Auch sonst ist man mit den richtigen Töpfen gut beraten. Richtige Profiköche schwören allerdings auf das Kochen mit Gas – mit Abstand die sparsamste und gekonnteste Art zu Kochen.

Was kann ich sofort ändern?
Beim Kochen beachten: Steht der Topf ohne zu Wackeln auf der Herdplatte? Hat er die gleiche Größe wie die Herdplatte? Ein passender Deckel spart noch einmal über die Hälfte Energie beim Kochen. Nicht mehr Wasser als nötig verwenden, nach dem Ankochen möglichst schnell auf kleine Einstellung umschalten und schon kurz vor Ende der Garzeit abschalten, um die Restwärme zu nutzen. Einen Liter Wasser erhitzen kostet im Wasserkocher rund zwei Cent, auf dem Elektroherd 3,5 und in der Mikrowelle fünf Cent. Wasser- und Eierkocher, Kaffee- und Espressomaschinen regelmäßig entkalken. Alles, was langsam garen oder quellen muss, z. B. Reis, kann in die Kochkiste: Auf dem Herd kurz aufkochen, dann den fest verschlossenen Topf in Handtücher einpacken und in eine Pappkiste stellen.

Beim Backen sollte man die Aufforderung zum Vorheizen einfach ignorieren. Das Ergebnis ist genauso gut. Für kleinere Gerichte lohnt sich die Benutzung eines Mikrowellen-Gerätes mit Backofen. Das wird beim Backen wesentlich schneller warm als der große Herd, zum Aufwärmen von Speisen und Getränken ist die Mikrowelle unschlagbar günstig. Bei Getränken möglichst einen Löffel in den Becher stellen (kann ausnahmsweise auch aus Metall sein). Die Kaffeemaschine geht umso schneller kaputt, je länger die Heizplatte in Betrieb ist. Die Scheiben der Backofentür sollten möglichst sauber sein, damit man nicht so oft öffnen muss.

Was kann ich beim Einkaufen beachten?
Alte und unebene Töpfe sollten ausrangiert werden. Sinnvoll sind Töpfe mit Glasdeckel zum Reinschauen, wärmeisolierte Töpfe, Wärme speichernde Sandwichböden, Dampfkochtöpfe für längere Kochvorgänge.

Energietipp 3

Beim Kühlen und Gefrieren sparen

Kühl- und Gefriergeräte benötigen etwa 20 Prozent des Stroms, den deutsche Haushalte verbrauchen. Die Energieeffizienz bei Kühlgeräten hat sich in den vergangenen Jahren rasant verbessert. Standard ist heute die Klasse A+++, die nur noch halb so viel Strom verbraucht wie Geräte der A-Klasse. Doch auch bei der Wahl des Standortes lässt sich Strom sparen. Neben Herd, Heizung, Geschirrspüler oder an einem sonnigen Standort steigt der Verbrauch deutlich an. Wenn kein anderer Platz zur Verfügung steht, empfiehlt sich die Isolierung zur Wärmequelle hin mit einem feuerfesten Dämmstoff vom Baustoffhändler. Bei einer um ein Grad reduzierten Traumtemperatur sinkt der Verbrauch des Kühlschrankes um sechs Prozent.

Was kann ich sofort ändern?
Eine Kühlschranktemperatur von sieben Grad reicht völlig aus. Dies spart im Vergleich zu fünf Grad etwa 15 Prozent am Stromverbrauch. Vor dem Öffnen überlegen, was man entnehmen will, denn dabei entweicht am meisten Energie. Enorm hilfreich ist eine bestimmte Ordnung, die übrigens auch für die richtige Lagerung der Lebensmittel sinnvoll ist. Empfehlungen hierzu stehen in der Bedienungsanleitung des Kühlschrankes. Beim Auftauen dürfen die Lebensmittel in den Kühlschrank, so sorgen sie für zusätzliche Kühlung. Frisch Gekochtes sollte dagegen erst richtig abkühlen. Kühlgeräte sollten regelmäßig abgetaut werden. Auch ein gelegentlicher Blick auf die Dichtungen lohnt sich: Sind sie noch sauber? Staub in den Lüftungsschlitzen erhöht den Stromverbrauch. Gleiches gilt für die an der Rückwand der Kühlgeräte befindlichen Wärmetauscher. Bei längerer Abwesenheit Kühlgeräte abstellen und Tür offen stehen lassen.

Was kann ich beim Einkaufen beachten?
Die Größe der Kühlgeräte sollte dem Bedarf angepasst sein. Pro Person benötigt man etwa 60 Liter an Kühlschrank-Volumen. Ein zu 70 Prozent gefüllter Kühlschrank arbeitet am effizientesten. Nur die wenigsten Haushalte benötigen eine Gefriertruhe mit 300 Litern Inhalt. Lieber öfter frisch einkaufen und die Lebensmittel nicht so lange lagern! Gefrierschränke benötigen bei gleichem Inhalt mehr Energie als Truhen. Wer ein Gefriergerät hat, kann auf ein Drei-Sterne-Fach im Kühlschrank verzichten.
Auch der Trend zu immer größeren Geräten mit immer mehr Zusatzfunktionen schraubt den Verbrauch enorm nach oben. Integrierte Eiswürfel- und Frischwasserspender kosten zusätzliche Energie.
Beim Kauf eines Neugerätes, das möglichst der Energieeeffizienzklasse A++ angehört, sollte man das Altgerät entsorgen und nicht als „Zweitgerät“ nutzen, weil sich dann der Stromverbrauch ja noch mehr erhöht.

 

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