Biogas

Biogas entsteht durch den anaeroben Abbau organischer Substanz. In einem mehrstufigen mikrobiellen Zersetzungsprozess bauen Bakterien die Kohlenhydrate, Proteine und Fette in der Ausgangsbiomasse ab. Es entsteht dabei ein brennbares Gasgemisch (sog. Biogas), dessen Hauptbestandteil Methan (CH4 mit einem Anteil von 50-70 %) die energetisch nutzbare Komponente darstellt. Ein m³ Biogas hat den Energiewert von ca. 0,5 bis 0,7 l Heizöl bzw. 0,5 bis 0,7 m³ Erdgas.
 
In der Praxis wird unterschieden zwischen „NawaRo-Anlagen“, die als Einsatzsubstrate die Exkremente von landwirtschaftlichen Nutztieren sowie speziell für die Biogasanlage angebaute nachwachsende Rohstoffe einsetzen, und „Bioabfallanlagen“, die Speisereste, abgelaufene Lebensmittel, Schlachtabfälle, Grünschnitte usw. vergären. Die NawaRo-Anlagen haben in Hessen bei einem Bestand von 98 Biogasanlagen (Stand: Mai 2010) einen Anteil von über 90% erlangt.
 
Der verbleibende Gärrest (in NawaRo-Anlagen ca. 70-80 % der Menge der eingesetzten Ausgangssubstrate) stellt einen hochwertigen Dünger dar, in dem die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium und Calcium noch weitestgehend enthalten sind. Da bereits im Fermenter die Mineralisation stattfand, sind die Nährstoffe sehr gut pflanzenverfügbar und werden schnell von den Pflanzenwurzeln aufgenommen. Insbesondere bei hohen Preisen für mineralische Düngemittel ist der Einsatz von Gärresten auch ökonomisch sehr interessant. Durch den Abbauprozess im Fermenter ist der Gärrest zudem deutlich geruchsreduziert, er „stinkt" nicht mehr.

Biogas ist ein Multitalent unter den erneuerbaren Energieträgern, denn es lässt sich in alle drei benötigten Energieformen Strom, Wärme und auch Kraftstoff umwandeln. Zudem ist die Energiebereitstellung aus Biomasse - im Gegensatz zu Sonne und Wind - planbar. Denn die Rohstoffe Gülle, Mist und Energiepflanzen sind lagerfähig und das daraus erzeugte Biogas ist speicherbar.

Bei speziellen Fragestellungen kontaktieren Sie bitte Björn Staub vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, FG 36 (Nachwachsende Rohstoffe,Bioenergie), Schloß Eichhof in Bad Hersfeld. Telefon 06621 922862, E-Mail bjoern.staub(at)llh.hessen.de

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